Dienstag, 14. November 2017

Buchen suchen

Nach unserer Rückkehr aus Schweden – sorry, dort haben wir diesmal aufs Bloggen verzichtet – streifen wir wieder durch die heimischen Wälder. Auch wenn der "goldene Oktober" schon vorbei ist und viele Bäume bereits kahl sind, hat die herbstliche Laubfärbung doch noch einiges zu bieten, vorausgesetzt man folgt der Empfehlung "Buchen suchen". Das haben wir auch am Sonntag wieder getan. Hier sind einige Impressionen von dieser Tour:








Mittwoch, 18. Oktober 2017

Herbstlicher Farbenrausch

Wegen seiner intensiven Herbstfärbung ist der Essigbaum ein weit verbreitetes Ziergehölz.
Bei den gelben Blumen im Hintergrund handelt es sich um Dahlien.
Wenn ich aus dem Fenster links von meinem Arbeitsplatz blicke, sehe ich es dort zurzeit rotorange leuchten, nicht ganz so intensiv wie abends die untergehende Sonne, aber doch schon sehr beeindruckend. Verantwortlich für diesen herbstlichen Farbrausch ist ein Essigbaum (Rhus typhina), auch Hirschkolbensumach genannt. Nur der Zuckerahorn und die Roteiche haben eine ähnlich kräftige Herbstfärbung. Wie diese stammt auch der Essigbaum ursprünglich im östlichen Nordamerika heimisch. Da er aber schon 1620 nach Europa eingeführt wurde und hier seitdem weite Verbreitung gefunden hat, kann er doch schon fast als heimische Baumart gelten. Essigbaum heißt er deshalb, weil seine säurehaltigen Früchte früher dem Essig zugesetzt wurden, um dessen Säure zu verstärken.

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Auf der Bank sitzt eine Buche

Wo einst Wanderer rasteten und dabei die Aussicht genossen, wächst heute eine Buche.
Nach der Pilzbank folgt heute, wie schon angekündigt, noch eine weitere Bank der kuriosen Art. Auf dem Höhenzug zwischen Bokel und Stadensen erinnert nur noch eine Bank und ein Tisch an den einst fantastischen Marienblick, der mittlerweile leider komplett zugewachsen ist. Von dem hoch gelegenen Aussichtspunkt konnte man einst – ich kann mich noch gut daran erinnern –  nach Norden weit über die Ebene des sogenannten Uelzener Beckens gucken und in der Ferne neben dem Schornstein der Zuckerrübenfabrik auch den Turm der Stadtkirche St. Marien – daher der Name – erkennen.
Wo einst müde Wanderer rasteten, wächst heute eine Buche. Auch wenn der Sitzplatz nicht mehr sehr einladend wirkt, zeichnet ihn doch ein gewisser morbider Charme aus. Außerdem sehenswert: Vor und neben der Bank fällt das Gelände so steil ab, wie man es sonst nur aus gebirgigen Gegenden kennt.

Hier kann man sehr schön erkennen, dass das Gelände neben der Bank steil abfällt.

Samstag, 7. Oktober 2017

Perfekt für faule Pilzsammler

Wer sich hier setzen will, muss erst einmal Pilze ernten.
Dass es neben Banken und Sparkassen auch  Blutbanken, Datenbanken, Genbanken, Samenbanken, und Spielbanken gibt, ist allgemein bekannt. Weniger bekannt sein dürften Pilzbanken. Ein besonders schönes Exemplar dieser Gattung haben wir neulich auf einer Wandertour mit den Hunden entdeckt. Sie steht an der unbefestigten Straße, die von Breitenhees über den Försterberg und durchs Bornbachtal nach Stadensen führt.
Eine Pilzbank ist so etwas wie eine Bank für faule Pilzsammler. Man muss die Pilze nicht lange suchen und sich dabei bewegen, sondern kann sie praktisch im Sitzen ernten. Wir haben es allerdings nicht getan und uns stattdessen lieber an dem kuriosen Anblick erfreut. Außerdem waren wir uns nicht sicher, ob die Pilze überhaupt genießbar sind.

Und auch auf dem Picknicktisch vor der Bank wachsen Pilze – manche sogar in der Waagerechten, wie links im Bild zu sehen ist.
PS: In den nächsten Tagen folgt an dieser Stelle ein weiteres Bild einer besonderen Bank, die wir auf derselben Wanderung fotografiert haben.

Freitag, 29. September 2017

Der Tag der Schmetterlinge

Die blühenden Astern haben zwei Admirale angelockt.
Ja! Wir haben es geschafft! Das Ziel: Wir wollten in unserem Garten, der sich mangels Zeit und Durchsetzungsvermögen (ich lasse lieber kleine Pflänzchen stehen, als sie auszureißen) immer hart an der Grenze zum komplett ungezügelten Wildwuchs befindet, immer etwas blühen haben, das Schmetterlinge, Bienen und Hummeln lieben und wir selbst auch schön finden.
In diesen Tagen blühen noch immer ein paar Borretschpflanzen, Kapuzinerkresse, Nachtkerzen, Dahlien, Sedum, Steinkraut und nun auch die Astern, sie in frischer Pracht. An diesem schönen, milden Herbsttag lockten sie die Tagfalter an, wie unser Sommerflieder es in den Wochen davor getan hatte. Besonders zahlreich fanden sich heute Pfauenaugen und Admirale ein, die einen regelrechten Tanz über den Blüten aufführten.
Auch den Kohlweißlingen ist es gut ergangen, ihre Nachkommen haben bei uns keinen Kohl zum Knuspern gefunden, dafür aber die Blätter der kräftig-kresseartig schmeckenden Kapuzinerkresse komplett vertilgt. Die Raupen gediehen prächtig, die Kapuzinerkresse auch, sie erholte sich in kurzer Zeit, brachte neue Blätter hervor und sieht nun wieder aus wie zuvor.
Der Kreis ist geschlossen von den ersten Schneeglöckchen im Februar über Krokusse, Tulpen bis hin zu Rosen, Sonnenblumen, Malven, Wicken, Dahlien, Cosmeen und nun den Astern.
Wie schön – an jedem sonnigen Tag brummte, surrte und flatterte es vor unserem Haus. Genau das, was wir wollten. Und die Bestätigung dafür, dass es nur wenig Platz und Mühe braucht, um ein kleines Paradies zu schaffen. Nun werden wir noch ein paar Blumensamen einsammeln, damit wir im nächsten Jahr wieder ein neues Gartenbild malen können. Wir freuen uns schon!

Sonntag, 24. September 2017

Nur der frühe Pflücker fängt den Apfel

Rajka ist eine Sorte, die Jahr für Jahr reichlich trägt – zumindest bei uns.
Die Apfelernte ist stets ein freudiges Ereignis, auf das wir 
uns in jedem Jahr aufs Neue freuen.
Das kalte Frühjahr mit Spätfrösten bis Ende Mai hat dafür gesorgt, dass die Kirschenernte - bei uns haben die stets die Tauben, Stare und sogar Eichelhäher übernommen – ersatzlos ausfiel. Zwetschgen gab es wenige bis gar keine, selbst Birnen und Äpfel tragen zum Teil gar nichts.
Auf zwei Bäume ist in unserem Garten bislang aber immer Verlass: Celler Dickstiel und die Resistenzzüchtung Rajka tragen immer. Rajka sogar regelmäßig so viel, das Äste unter dem Gewicht der Früchte brechen. Oft hatten wir mit der Ernte etwas zu lange gewartet, da waren Früchte dann oft schon von den Vögeln angepickt worden, sodass sie sie sich im Lager nicht lange hielten. Aber irgendwie ging es mir immer ein wenig gegen den Strich, Äpfel zu ernten, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht perfekt schmecken. Dabei wird bei Ihnen, wie auch bei Birnen stets unter Pflückreife und Genussreife unterschieden. Die Äpfel leiden also nicht, sondern entwickeln über Wochen ihren Geschmack, obwohl sie schon längst nicht mehr am Baum hängen.
Bei schönstem Sonnenschein machte ich mich gestern also als Werk und habe von der gar nicht so große Rajka immerhin 30 Kilo Äpfel gepflückt. Einige sind schon wieder angepickt, die werden wir jetzt schnell verbrauchen müssen, aber die Mehrzahl sieht ausgesprochen gut aus, trotz des kalten Frühjahrs und ohne auch nur eine einzige Spritzung oder sonst irgendeinen Chemie- oder künstlichen Düngeeinsatz.
Ein schönes Gefühl, die vollen Körbe in den Keller zu bringen.
Lange warten müssen wir nicht, Die Genussreife beginnt schon im Oktober, bis November möchte Rajka als Herbstapfel verspeist sein. Der Celler Dickstiel muss hingegen noch ein paar Tage am Baum reifen, erst im Oktober darf er geerntet werden, schmeckt am besten ab Dezember und ist bis zum Februar haltbar, wenn wir dem nicht zuvorkommen ...

Mittwoch, 20. September 2017

Abenteuer in der Agrarsteppe

Immer nur auf ausgetretenen Pfaden wandern, ist ja auch langweilig, dachten wir uns, als wir neulich eine unserer beiden Lieblingsrunden mit den Hunden gingen. An einer Stelle, an der wir normalerweise immer rechts abbiegen, gingen wir diesmal geradeaus – einfach nur, weil wir neugierig waren und wissen wollten, wohin uns der Weg führen würde. Doch irgendwann nach etwa einem Kilometer war der schöne Weg zu Ende. Wir standen vor einem Maisfeld mit den schon mehr als zwei Meter hohen Pflanzen wie vor einer grünen Wand. Umdrehen? Na, wenn es denn sein muss ...
Doch da entdeckten wir eine Schneise im Maisfeld, die offenbar für die Feldberegnungsanlage vorgesehen war.
Irgendwie ein merkwürdiges Gefühl, auf Augenhöhe mit den Maiskolben durch so eine Grünschneise zu spazieren.
Am Ende der Schneise durch die Agrarsteppe trafen wir, wie erhofft, auf einen Querweg, den wir kannten und der uns wieder auf die alte Route führte.

Marsch mitten durch den Mais. Uns kam es vor wie auf dem Highway zur grünen Hölle.