Mittwoch, 31. Dezember 2014

Das neue Jahr . . .


... begrüßen wir auch in diesem Jahr wieder ganz ohne Böller und Raketen, und das nicht nur aus Rücksicht auf unsere lieben Tiere, für die das Silvesterfeuerwerk purer Stress ist, sondern auch, weil auf dieser kriegerischen Welt schon genug Raketen abgefeuert, Bomben gezündet und auch sonst viel zu geballert wird. Dazu müssen wir nicht auch noch unseren Beitrag leisten. Deshalb heißen wir 2015 in aller Stille willkommen. Damit aber doch noch ein wenig Silvesterstimmung aufkommt, entzünden wir ein paar Wunderkerzen und erfreuen uns am Funkenregen.
Wir wünschen euch allen einen guten Start ins neue Jahr und alles Gute für 2015!

Dienstag, 30. Dezember 2014

Noch schnell ein Foto . . .

Das war es dann wohl mit dem Schnee für dieses Jahr. Aber der Winter ist ja noch lange nicht vorbei ...
... bevor der schöne Schnee geschmolzen ist! Nachdem es die halbe Nacht geschneit hatte, folgte heute Vormittag gegen 11 Uhr der Regen und verwandelte die weiße Winterlandschaft wieder in trübes Novemvergrau. Am Nachmittag, als ich mit dem Fahrrad zum Einkaufen fuhr, waren nur noch dort, wo die Sonne noch nicht so hingekommen war, Schneereste zu sehen.
Das neue Jahr wird dann wohl, zumindest hier bei uns in Norddeutschland, ziemlich lauwarm beginnen. Hoffentlich wird es insgesamt nicht noch wärmer als 2014, das als bislang wärmstes Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung in die Geschichte eingehen wird. Der Klimawandel lässt grüßen.

Montag, 29. Dezember 2014

Vegane Rohkost-Pralinen

Köstliche Pralinen in Kugelform aus eigener Herstellung.
Für alle, die noch überlegen, ob sie sich zum Jahresende die Kugel geben sollten, haben wir hier etwas, um die Entscheidung zu versüßen. Nein, gemeint sind natürlich nicht die aus der Fernsehwerbung allseits, bekannten, in Goldfolie verpackten und mit Nougat-Creme und einer ganzen Haselnuss gefüllten und mit einer Schicht aus Nuss-Stückchen und Schokolade überzogenen Waffeln. Da wir zum einen nicht auf industriell gefertigten Süßkram stehen, geben wir uns zum 2014er Finale leckere, vegane Rohkostkugeln aus eigener Herstellung. Man kann sie nicht nur bei der Sivesterparty in einer Schüssel auf den Tisch stellen. In einem transparenten Tütchen mit einer Schleife und einem selbstgebastelten Anhänger machen sie auch als kleines Gastgeschenk oder Mitbringsel viel her. Wir haben einige dieser Tütchen zu Weihnachten verschenkt.
Von den Teigwürsten werden Scheiben abgeschnitten und
daraus Kugeln geformt, die dann in Kokosraspeln gewälzt
werden.
Die Kugeln sind kinderleicht zu "basteln". Für ca. 36 Kugeln benötigen wir folgende Zutaten:
• 1 Tasse Mandeln,
• 1 Tasse Haselnüsse
• 1/2 Tasse grobe Kokosraspeln
• 250 g entsteinte Datteln
• Saft einer halben Orange
• 25 g Rohkakaopulver
• 1 Teelöffel Lebkuchengewürz oder je eine Prise Zimt, Anis, Ingwer, Kardamom, Koriander, Gewürznelke, Muskatnuss
• 1 Messerspitze Bourbon-Vanille
Zubereitung:
Zunächst werden die Mandeln und die Haselnüsse grob gemahlen (z. B. mit einem elektrischen Zerkleinerer), anschließend in eine Schüssel umgefüllt und beiseite gestellt. Dann kommen die Datteln in den Zerkleinerer. Man kann sie auch im Mixer zerkleinern, aber die süßen Datteln kleben wie Kleister, und die Reinigung des Mixers dauert länger als die Herstellung der Kugeln. Falls kein elektrischer Zerkleinerer zur Verfügung steht, werden die Datteln mit dem Küchenmesser zerkleinert. Die Datteln zu den Mandelns und Haselnüssen in die Schüssel geben, die halbe Orange auspressen und den Saft mit in die Schüssel geben. Jetzt kommen noch die Gewürze hinzu. Danach aus der Masse in der Schüssel einen Teig kneten und daraus auf einem Schneidebrett Rollen mit einem Durchmesser von drei bis vier Zentimetern formen. Die Rollen in maximal ein Zentimeter dicke Scheiben schneiden und daraus zwischen den Handflächen Kugeln formen. Jede Kugel in eine mit Kokosraspeln halb gefüllte Tasse geben und darin drehen, bis die Kugel gleichmäßig "paniert" ist.
Die Kugeln sind für den Frischverzehr bestimmt und sollten möglichst nicht länger als eine Woche aufgehoben werden.
Die Mandeln und Haselnüsse können auch durch andere Nusssorten ersetzt werden. Und statt der Datteln eignen sich auch andere Trockenfrüchte (z. B. Feigen oder Aprikosen). Wenn man den Kakao weglässt, erhält man helle Pralinen, die sich je nach Wahl der Gewürze in vielerlei Geschmacksrichtungen zubereiten lassen.

Sonntag, 28. Dezember 2014

Kleine Eiszeit

Tiefgefrorene Beeren an einer Wildgehölzhecke.
Heute war so ein Wintertag, wie wir ihn lieben: Kalt und schön sonnig. In den Bächen und Gräben und in den gefrorenen Pfützen auf den Wegen glitzerte das Eis, und der wenige Schnee, der liegen geblieben ist, knirschte unter den Schuhsohlen. Schade nur, dass die Tage so kurz sind! Aber sie werden ja wieder langsam, aber stetig länger.
Morgen soll es schneien, und übermorgen schon wieder regnen. Dann ist die kleine Eiszeit leider erst einmal wieder vorbei.

Auch das Wasser in diesem Graben ist zu Eis erstarrt. 

Samstag, 27. Dezember 2014

Wintersonne und lange Schatten

Endlich werfen wir wieder Schatten! Und da die Sonne jetzt im Winter so tief steht, sind diese besonders lang.
Ach, tat das gut, auch heute wieder etwas Sonne tanken zu können! Gefühlt hatten wir ja wochenlang mieses Wetter mit Regen und Sturm. Als sich gestern erstmals wieder so richtig schön und auch etwas länger die Sonne zeigte und wir endlich mal wieder unsere Schatten auf dem Weg vor uns sahen, wurde es uns wieder einmal klar: Man weiß etwas nur richtig zu schätzen, wenn es nicht ständig präsent oder verfügbar ist. Jeden Tag Sonne und blauer Himmel – das wäre wie frische Erdbeeren an 365 Tagen im Jahr. Wie schrecklich! Wetten, dass man die Erdbeeren schon nach ein paar Wochen buchstäblich satt hätte? Und so wäre es wahrscheinlich auch mit der Sonne. Würde die ständig vom blauen, wolkenlosen Himmel brennen – man würde sich nach einem Regenschauer geradezu sehnen! Je rarer aber sich die Sonne macht, umso freudiger begrüßt man sie!

Freitag, 26. Dezember 2014

Der erste Schnee

Fyffes läuft durch das schneebedeckte Heidekraut.
Jetzt haben wir doch noch ein bisschen weiße Weihnachten. Zwar hat die Sonne den Schnee heute größtenteils gleich wieder wegschmelzen lassen, aber an schattigen Waldrändern ist doch einiges davon liegengeblieben. Es reichte zumindest, um die ersten Schneefotos dieses Winters zu machen. 

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Hauptsache raus!

Die Sonne hatte sich schon wieder verzogen, als wir heute Mittag zur Wald-
tour mit den Hunden aufbrachen. Egal, es war trotzdem schön.
So ein abwechslungsreiches Wetter wie heute haben wir selten: Morgens schien die Sonne, dann folgte gegen Mittag ein kräftiger Regenschauer auf den anderen, am Nachmittag beim Hundespaziergang war es erst bedeckt, dann kam wieder die Sonne hervor, und kaum war es dunkel, gab es einen Graupelschauer. Am Abend fuhren wir dann im Schneegestöber von Marions Eltern nach Hause, aber leider blieb der Schnee nicht liegen. Gleichbleibend stark war hingegen den ganzen Tag lang der Sturm.
Egal, wie das Wetter morgen wird: Wir werden wieder eine lange Tour mit den Hunden machen. Das ist für uns die schönste Art, die Weihnachtsfeiertage zu verbringen. Hauptsache raus und Licht und Luft tanken!

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Hundegeburtstag

Marion verteilt die Geburtstagsgeschenke. Obwohl nur zwei Hunde 
heute Geburtstag hatten, nämlich Fyffes (rechts auf dem Sessel) und
Fädchen (2. von links), bekamen selbstverständlich alle ein Präsent.
Obwohl wir uns nicht dem Christentum verbunden fühlen, haben auch wir heute Geburtstag gefeiert, allerdings nicht den von Jesus, sondern von zwei besten Freunden: Fyffes und seine Schwester Fädchen sind heute acht Jahre alt geworden. Es war ein wunderbares Weihnachtsgeschenk, als Foxy am 24. Dezember 2006 zwischen 17 und 18 Uhr fünf kleine Russellbabys zur Welt brachte. Zwei der fünf Hundebabys haben wir behalten, die anderen drei schweren Herzens an andere Hundefreunde abgegeben.
Fyffes war damals der kleinste und dünnste im Wurf, und dann hatte er auch noch eine unglückliche Kindheit: Kaum war er ein halbes Jahr alt, da stürzte er beim Sprung über mehrere Treppenstufen so unglücklich, dass er sich eines der Vorderbeine brach, und zwar so schlimm, dass der Tierarzt unseres Vertrauens uns nicht allzu große Hoffnung machte, dass er Fyffes wieder ganz zurechtgeflickt bekommt. Doch er erwies sich wieder einmal in der Chirurgie als Meister seines Fachs und setzte in einer mehrstündigen Operation die zertrümmerten Beinknochen wieder zusammen. Monatelang konnte Fyffes nur auf drei Beinen laufen. Aus dem linken Vorderbein ragten mehrere Schrauben. Doch irgendwann war alles wieder gut, und heute ist Fyffes der schnellste und ausdauerndste Läufer in unserer kleinen Hundefamilie.
Seine Schwester ist etwas verhuscht, aber umso anhänglicher. Ihr war es als Hundekind schwer gefallen, sich gegen ihre drei Brüder zu behaupten.
Die beiden Geburtstagskinder bekamen auch ein kleines Geschenk: Marion überreichte ihnen feierlich je eine extradicke, gefüllte Kaustange, die sie zuvor sogar in Geschenkpapier eingewickelt hatte. Da die anderen Hunde es natürlich nicht verstanden hätten, wenn sie leer ausgegangen wären, bekamen natürlich auch sie je eine Kaustange.
Eigentlich wollten wir mit den Hunden eine schöne Tour durch Wald und Wiesen machen, aber Fyffes hatte überhaupt keine Lust, im Dauerregen spazieren zu gehen, und verkroch sich lieber unter seiner Decke. So haben wir die Tour auf morgen vertagt, wenn das Wetter besser ist. Die Vorhersage fiel jedenfalls recht gut aus.
Statt der Tour habe ich den Nachmittag des 24. Dezember genutzt, um bei den Minischweinen auszumisten und ihnen ein neues Heubett herzurichten. Anschließend war dann Kuchenbacken angesagt. Wir sind morgen Nachmittag bei Marions Eltern zum Weihnachtskaffee eingeladen, und da dachte ich mir, es wäre doch ganz nett, zwei vegane Kuchen dorthin mitzunehmen.

Dienstag, 23. Dezember 2014

Besinnlich im Sinne von zur Besinnung kommen

Ein Schaf mit einer Kerze schien uns als Symbol für die-
sen etwas weihnachtskritischen Beitrag besser geeignet
als ein Engel oder ein Weihnachtsmann.
Wir geben uns Mühe, aber so richtig will es uns nicht gelingen, uns in Weihnachtsstimmung zu versetzen. Nachdem wir in der Adventszeit, wie in jedem Jahr, so viel gearbeitet haben, dass der ganze Lichterzauber nur so an uns vorbeigerauscht ist, kommt Weihnachten für uns jetzt ein bisschen plötzlich. Außerdem nervt uns der ganze Weihnachtsrummel zunehmend. Den Deutschen geht es so gut, dass das Weihnachtsgeschäft brummt wie seit Jahren nicht mehr. Da werden immer hochpreisigere Geschenke gekauft, und an den Festtagen wird in einer Maßlosigkeit gegessen und getrunken, dass es schon abstoßend ist. Besonders traurig: Da kommen vor allem Speisen auf den Tisch, die mit Tierleid und Blutvergießen verbunden sind. Millionen von Gänsen werden geopfert, um den Jahrestag der Geburt eines Menschen zu feiern, der zweifellos eine faszinierende, charismatische Persönlichkeit war, dessen Anhänger nach seinem Tod aber viel Leid über die Menschheit gebracht haben – man denke nur an die Kreuzzüge, die "heilige" Inqusition und die Zwangsmissionierung Andersgläubiger.
Christenmenschen sind in der Mehrheit leider sehr stark auf Menschen fixiert. Tiere und Pflanzen werden kaum als gleichwertige und gleichberechtigte Bestandteile der Natur wahrgenommen.
Wir hoffen nur, dass sich all die Leute, die Weihnachten in die Kirche gehen, wenigstens deutlich und ohne Einschränkungen von diesem widerwärtigem Fremdenhass distanzieren, der durch die "Pegida"-Demos zum Ausdruck kommt. Gut, dass jetzt immer mehr Menschen zu den Gegendemonstrationen gehen und deutlich machen, dass Flüchtlinge in diesem Land selbstverständlich willkommen sind.
Was macht uns sonst noch traurig? Heute wurde in den Nachrichten gemeldet, dass die Bauarbeiten für den Nicaragua-Kanal begonnen haben. Mit Hilfe chinesischer Investoren soll dieses größenwahnsinnige Projekt realisiert werden, dass nicht nur riesige Regenwaldflächen, sondern auch den Nicaraguasee und damit den größten Trinkwasserspeicher des Landes zerstören wird. Außerdem droht Tausenden von Menschen die Vertreibung aus ihrer Heimat, einfach nur deshalb, weil sie dem Kanal im Weg sind. Da bahnt sich eine allein aus wirtschaftlichen Interessen in Kauf genommene ökologische und soziale Katastrophe an, deren Folgen wahrscheinlich auch wir in Europa zu spüren bekommen werden.
Die Liste der traurigen Nachrichten aus aller Welt ließe sich unendlich fortsetzen ...
Wir wünschen in diesem Jahr allen, die uns kennen, besinnliche Weihnachten, und das ist durchaus wörtlich zu verstehen: Besinnlich im Sinne von "zur Besinnung kommen" oder, anders ausgedrückt: die arbeitsfreien Tage zum Ende des Jahres nutzen, um innezuhalten, nachzudenken und zu Erkenntnissen zu gelangen, die dann hoffentlich im neuen Jahr zu bewussterem und nachhaltigem Handeln führen.

Montag, 22. Dezember 2014

Vor der Weihnachtsüberraschung kommt die Weihnachtsenttäuschung

Nicht klein und fein, sondern klein und fieselig: unsere
selbstgezogene Weihnachtsfichte.
Wir sehen Menschen metergroße Tannen und Fichten davonschleppen. Keine Frage, Weihnachten ist nicht mehr weit. Das haben wir nicht nötig. Unser Weihnachtsbaum wird klein sein, aber fein: eine selbstausgesamte Fichte mit lauter Unkraut schon im Frühjahr aus dem Vorgarten geholt und in einen großen Blumentopf gepflanzt (nur die Fichte, nicht das Unkraut). Über den Sommer haben wir sie fleißig gegossen und ihrem (bescheidenen) Wachstum zugeschaut. Jetzt nahte die Stunde der Wahrheit, wir haben den Winzling zum "Probeschmücken" hereingeholt.
Ein einziges Desaster, eine echte Baumkerze brauchen wir da gar nicht aufzustecken, kein Ästchen könnte das Gewicht aushalten, da stünde gleich das ganze Haus in Brand. Der Holzschmuck? Ebenfalls zu schwer. Die Mini-Glaskugeln aus der hintersten Ecke in der Truhe hervorgekramt, könnten gerade noch gehen, aber ein festlicher Weihnachtsbaum, selbst wenn es nur ein Weihnachtsbäumchen ist, sieht definitiv anders aus.
Also haben wir die Fichte wieder herausgestellt. Unsere Weitsicht hat uns nicht weiter gebracht. Einen geschlagenen Weihnachtsbaum zu kaufen, das ist nicht unsere Sache. Also werden es wohl doch wieder nur einige dicke, prall benadelte Tannenzweige im Steinguttopf werden – besser als gar kein "Weihnachtsbaum".

Sonntag, 21. Dezember 2014

Für Brötchen gehen wir meilenweit

Marion draußen vor der Bäckerei mit Bröt-
chentüte und unserem "Schlittenhundege-
spann" (mangels Schnee ohne Schlitten).
In den 1970er Jahren sind die Menschen meilenweit gegangen für Zigaretten, die nach einem Paarhufer mit Höcker benannt worden waren. Anfang der 1990 liefen die Autofahrer  dann zum Sound von Fats Dominos "I'm walking" mit leerem, blauen Reservekanister bis zur nächsten Tankstelle ihres Vertrauens. Und heute? Wir gehen kilometerweit für Sonntagsbrötchen, die wir uns allerdings nicht zum Frühstück, sondern anstelle von Kuchen zum Nachmittagskaffee gönnen.
Sieben Kilometer sind es zu Fuß durch den Wald bis zu der kleinen Bäckerei, zu der auch ein Café gehört und die deshalb auch am Sonntagnachmittag geöffnet hat. Mit unserer Brötchentüte im Rucksack gehen wir dann wieder die sieben Kilometer zurück bis nach Hause und freuen uns schon auf Kaffee mit frischen Brötchen und ein prasselndes Feuer im Kaminofen.
Eigentlich ist für uns der Weg das Ziel. Die Brötchen sind nur eine nette, kleine Belohnung. Da wir sowieso sonntags immer mit den Hunden eine längere Tour machen, verbinden wir gewissermaßen das Angenehme mit den Nützlichen und gehen, so wie auch heute, zum Bäcker im Nachbarort.
Als wir gegen 16:30 Uhr zu Hause ankamen, war es schon so gut wie dunkel.

Samstag, 20. Dezember 2014

Und dann wurde es dunkel ...

Da kommt sie, die dunkle Regenwolkenfront und verdunkelt den Himmel.
Am 22. Dezember, zwei Tage vor Weihnachten, wird der absolute Tiefpunkt erreicht sein. Von der Wintersonnenwende an geht es wieder aufwärts mit der Sonne, und die Tage werden langsam aber stetig wieder länger. Gefühlt hatten wir allerdings heute schon den dunkelsten Tag des Jahres. Morgens wollte es irgendwie gar nicht richtig hell werden, und dann wurde es gegen 14 Uhr so dunkel, dass die Dämmerungssensoren der Straßenbeleuchtung reagierten und die Lampen einschalteten.
Wir waren gerade beim Einkaufen – da wir noch einen Zentner Getreide für die Tiere besorgen mussten, ausnahmsweise mit dem Auto (puh, waren wir froh darüber!)  –, als die Sturmböen noch heftiger wurden und es plötzlich zu schütten begann wie aus Eimern. Für ein paar Minuten verwandelte sich der Regen in Hagel. 40 Kilometer weiter südlich gab es sogar Gewitter, und 100 Kilometer weiter nördlich schneite es.  "Das ist ja das reinste Aprilwetter", stöhnte eine Frau, die vor uns aus dem Laden ging und, ihre Kapuze mit einer Hand festhaltend, zu ihrem Auto eilte. Irgendwann ließ der Regen etwas nach, aber hell wurde es trotzdem nicht mehr. Egal, wir machten, wieder zu Hause angekommen, ein Feuer im Ofen und zündeten ein paar Kerzen an. Nach einer gemütlichen Kaffeepause mussten wir aber dann doch wieder nach draußen, um die Pferde, Schafe und Ziegen zu versorgen.

Freitag, 19. Dezember 2014

Heiß und fettig

Heiß und fettig und lecker, aber nur, wenn man
sie selten isst: Kartoffelpuffer.
Nachdem es heute den ganzen Tag geregnet und gestürmt hatte und ziemlich ungemütlich draußen war, durfte es abends gerne heiß und fettig sein. Meine Wahl fiel auf einen Klassiker der Hausmannskost: Kartoffelpuffer, in Süddeutschland als Reibekuchen bekannt. Und dazu natürlich frisch gekochtes Apfelmus. Ich verfeinerte es mit Zimt und Rosinen.
Das Beste an dem Abendessen: Ich musste nicht eine einzige Zutat kaufen. Kartoffeln und Äpfel haben wir aus eigener Ernte im Keller, Rosinen immer in ausreichender Menge im Vorratsschrank (unsere Mini-Schweine sind süchtig danach) und Zwiebeln, Salz, Pfeffer und Zimt hat man ja eigentlich sowieso im Haus.
Da meine Kartoffelpuffer selbstverständlich vegan sind, kommt kein Ei 'rein, und das muss auch nicht. Sie sind auch ohne Ei superlecker. Allerdings ist das Gefühl nach so einem heißen, fettigen Essen immer etwas zwiespältig: Einerseits sage ich mir: Das kannst du öfter mal machen. Andererseits mag ich so etwas Fettiges gar nicht öfter essen als vielleicht ein- bis zweimal im Jahr. Mit Pommes geht mir das auch so: Einmal im Jahr, meist, wenn es ricchtig kalt ist und ich durchgefroren bin, habe ich totale Lust auf Pommes. Sobald ich sie gegessen habe, mag ich sie schon nicht mehr, und es dauert wieder etwa ein Har, bis ich erneut in Versuchung komme.

Die Kartoffelpuffer backe ich praktischerweise in meiner großen Paella-Pfanne, die den gesamten Herd einnimmt.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Haferdrink - so begehrt war er noch nie!

Noch einmal Glück gehabt! Heute habe ich mir die letzten beiden 
Tetrapaks Haferdrink gesichert. Hoffentlich kommt bald Nachschub in
die Regale. 
Enttäuschung vor dem (wieder einmal) leeren Regalfach, wo sonst die Packungen mit Haferdrink stehen. Ich versuche ja schon mit kleinen Hamsterkäufen der Ebbe in unserem Speiseplan vorzubeugen, aber irgendwann sind auch Hamstervorrräte aufgebraucht und Nachschub muss her. Heute habe ich deswegen gleich noch einen anderen dm-Markt, wo wir vorzugsweise den Grundbedarf an unseren Bio-Lebensmitteln decken, angesteuert. Puh, Glück gehabt, da ist das Regal aufgefüllt.
Wird nicht lange vorhalten, kaum habe ich zwei Liter in den Stoffbeutel gepackt, lädt eine andere Kundin gleich fünf Packungen in ihren Einkaufswagen. Die Sinnhaftigkeit von Hamsterkäufen scheint sich herumgesprochen zu haben. Die Haferdrink-Quelle versiegt zusehends. Darüber könnte ich jetzt traurig oder wütend sein, bin ich aber nicht, denn die große, offensichtlich nicht immer zu stillende Nachfrage bedeutet doch schließlich, dass immer mehr Menschen Geschmack an dieser milchähnlichen, aber eigentlich noch viel leckeren, weil veganen Alternative gefunden haben. Eine Glutenunverträglichkeit kann ja nicht der Grund zum Wechsel sein - Haferdrink enthält Gluten. Also doch der vegane Gedanke, weg von der Milchviehausbeutung, das wäre doch zu schön, um wahr zu sein. Besonders nachdem heute Abend ein Fall mit hoffnungslos verwahrlosten Milchkühen Thema in den Nachrichten war. Mehrere mussten gleich eingeschläfert werden, weil ihnen angeblich nicht mehr zu helfen war, 49 brauchen dringend ärztliche Hilfe. Ekelhaft, wenn man bedenkt, dass ihnen vorher schon ihre Kälbchen weggennommen worden sind. Wie weit wollen wir Menschen eigentlich noch gehen?
Also lieber Haferdrink. Morgen dürfen wir ihn uns wieder ins Müsli schütten, die Vorräte sind wieder aufgefüllt!

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Veganer Zwei-Pfannen-Snack

In der Grillpfanne bräunen Pilze und Tomaten, in der anderen Pfanne braten
derweil die Zucchiniraspeln.
Fast täglich fahre ich mit dem Fahrrad die fünf Kilometer zum Einkaufen ins Nachbardorf. Der Einkauf beschränkt sich meist auf Brot und frisches Obst und Gemüse, beide natürlich vorzugsweise aus Bio-Anbau. Klar, ich könnte auch nur einmal in der Woche zum Einkaufen fahren und dann gleich größere Mengen auf Vorrat besorgen, aber es tut gut, nach der Arbeit am Bildschirm 'rauszukommen und sich zu bewegen. Ich freue mich immer auf die zehn Kilometer Radfahren, und wenn ich mal nicht dazu komme, merke ich gleich, dass ich abends angespannt und unausgeglichen bin.
Zum Einkaufen fahre ich eigentlich selten mit einer Idee fürs Abendessen im Kopf. In der Regel entscheide ich spontan, was ich koche. Das hängt nämlich ganz davon ab, welches Bio-Gemüse angeboten wird und was es kostet.
In dieser Woche sind gerade Bio-Cocktailtomaten und Bio-Zucchini im Angebot. Also habe ich sie gekauft. Außerdem gab es günstig frische Champignons, diese leider nicht als Bio-Ware, aber ich habe, ehrlich gesagt, auch noch nie Bio-Champignons im Supermarkt entdeckt. Vielleicht sind die ja per se bio?
Das fertig belegte Brötchen auf dem Teller.
Zu dem Gemüse kaufte ich noch ein paar Ciabatta-Brötchen, und schon war der Einkauf erledigt. Zu Hause in der Küche raspellte ich die Zucchini (500 g) schnell mit der Handreibe. Das geraspelte Fruchtfleisch ließ ich in einem Sieb kurz abtropfen, dann kam es mit einem Schuss Olivenöl in eine eine meiner beiden gusseisernen Pfannen. Die andere Pfanne, eine Grillpfanne, pinselte ich nur mit etwas Öl ein und grillte dann darin die halbierten Tomaten und die in Scheiben geschnittenen Champignons (jeweils 250 g), bis das Gemüse dekorative Grillstreifen hatte.
Die geraspelten Zucchini ließ ich in der Pfanne unter mehrmaligem Wenden so lange braten, bis sie begannen, an der Pfanne festzukleben. Das ist das Signal! Es heißt: Die Zucchini sind fertig. Ich stellte das Gas aus und schmeckte die Zucchini mit einer Prise Salz und buntem Pfeffer aus der Mühle ab.
Anschließend holte ich die angewärmten Ciabatta-Brötchen aus dem Ofen, gab auf jede Brötchenhälfte mit einem Esslöffel einen großen Klecks Zucchiniraspeln und platzierte darauf dann die gegrillten Pilze und Tomaten.
Das war ein leckeres, blitzschnell zubereitetes und mit jeweils drei belegten Brötchenhälften zwei Personen gut satt machendes Abendessen, das ich sponatn Zwei-Pfannen-Snack taufte.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Überraschung gelungen

Diese schönen Geschenke waren in dem kleinen Überraschungspaket, das
uns der Paketbote heute gebracht hatte.
Vor genau einer Woche hatte ich mich über einen kleinen Rosenstrauß gefreut, den mir Marion ganz ohne irgendeinen Anlass mitgebracht hatte. In meinem Blog-Beitrag schrieb ich am Abend: "Am meisten freue ich mich immer über Geschenke, wenn ich nicht damit gerechnet habe. Dann ist der Überraschungseffekt umso größer."
Anke, eine unserer lieben Blog-Leserinnen, hat mich beim Wort genommen. Heute brachte der Paketbote ein kleines Päckchen. Da es uns beide adressiert war, riss ich es nicht gleich auf, sondern wartete so lange, bis Marion von der Arbeit nach Hause kam. Dann öffneten wir es gemeinsam. Zum Vorschein kamen zwei wunderschöne, selbstgenähte Täschchen und zwei ebenfalls liebevoll selbstgefertigte Schlüsselanhänger. Auf der beiliegenden Karte lasen wir: "Du hattest ja geschrieben, dass du dich am meisten über Geschenke freust, mit denen du überhaupt nicht gerechnet hast!" Stimmt! Und nicht nur mir, sondern auch Marion geht es so. Wir haben uns wirklich sehr über die unerwarteten Geschenke gefreut und ebenso sehr über die nette Geste. Danke, liebe Anke!
Allerdings konnten wir uns zunächst gar nicht einigen, wer welches Täschchen und welchen  Schlüsselanhänger bekommt. Wir fanden sie allesamt so schön, dass die Entscheidung schwerfiel. Letztendlich haben wir die Geschenke so aufgeteilt: Marion bekommt das innen mit grünem Stoff mit weißen Punkten ausgeschlagene Täschchen, das außen mit Apfelmotiven verziert ist, und den rosafarbenen Schlüsselanhänger mit Pilzen auf dem Textilband. Ich nehme das innen mit rotem Stoff mit weißen Blüten gefütterte Täschchen und den lilafarbenen Schlüsselanhänger mit Ornamentmuster.
Nach dieser gelungenen Überraschung kann Weihnachten jetzt eigentlich ausfallen, denn wir sind ja bereits reich beschenkt worden. Bei Geschenken kommt es schließlich nicht auf den materiellen Wert an, sondern was viel eigentlich zählt, ist die Idee, die Liebe und die Handarbeit, die darin stecken und das Geschenk zu etwas ganz Besonderem und Kostbaren machen.

Montag, 15. Dezember 2014

Blühende Sommerblume Mitte Dezember

Für Mitte Dezember schon ungewöhnlich: eine junge, blühende Ringelblume.
Kleine Überraschung am Wegesrand: Beim Hundespaziergang habe ich heute eine arg verspätet blühende Ringelblume (Calendula officinalis) entdeckt. Eine blühende Sommerblume Mitte Dezember! Normalerweise reicht die Blütezeit der Ringelblume von Juni bis Oktober. Wenn die ersten Nachtfröste kommen, sind bald danach die Blüten verschwunden. Die nicht frostharte Pflanze erfriert, wenn die Frostperiode länger andauert. 
In diesem Jahr hatten wir erst sehr spät, Ende November den ersten ernstzunehmenden Frost, der allerdings nur wenige Tage angehalten hat. Das erklärt, warum diese Blume jetzt noch blüht. Wahrscheinlich hat sie sich erst spät im Sommer ausgesamt. Der für eine Ringelblume ungewöhnlich kurze Stängel deutet darauf hin, dass es sich um eine noch junge Pflanze handelt.

Sonntag, 14. Dezember 2014

Schnell, einfach, lecker

Kleine Brötchen im kleinen Ofen: Der leckere Kuchenersatz ist gleich fertig.
Halt, das ist doch kein Hundekuchen!
Was gibt es Schöneres als so eine kleine Pause am Sonntagnachmittag? Mit einer Tasse Kaffee und ... leider nichts dazu. Eine Torte muss es wahrhaft nicht sein, aber vielleicht doch etwas Süßes. Dann kommt uns der rettende Einfall: Rosinenbrötchen.
Die Suche geht los: Mehl (haben wir), Zucker (zwei Esslöffel in der Zuckerdose, das könnte reichen), Rosinen (die kann ich aus einer Tüte Studentenfutter zusammensuchen), Hefe (kein Problem), eine Prise Salz, Öl und Haferdrink (alles vorhanden). Jetzt geht es ganz schnell, den Hefeteig rühre ich nach Gutdünken zusammen, Hauptsache, die Konsistenz stimmt, nicht zu trocken, nicht zu feucht. Während der Teig geht, werden die Rosinen noch in etwas Apfelsaft eingeweicht. Den Teig ein weiteres Mal durchkneten, Brötchen formen, mit Haferdrink bepinseln, kurz gehen lassen und ab in den Ofen damit. Der Teig jedenfalls hat geschmeckt, das lässt Gutes hoffen. In der Küche riecht es lecker nach frischem Backwerk.
Bald darauf sitzen wir gemütlich zusammen, lassen uns die Brötchen mit Erdbeermarmelade und Pflaumenmus schmecken und denken: "Das könnten wir öfter machen."

Samstag, 13. Dezember 2014

Wachstum zur Winterzeit

Klein, aber fein: Der Spinat wächst auch noch, wenn es draußen kalt und
ungemütlich ist.
So ein verspäteter Wintereinbruch hat auch seine guten Seiten und beschert mir nun, ziemlich spät im Jahr, noch einen kleinen gärtnerischen Erfolg: Einfach so, um mir einen Überblick zu verschaffen, wo die Beete noch ein bisschen Dünger gebrauchen könnten, wo die Ränder noch einmal gesäubert gehören, stapfte ich heute durch unseren Gemüsegarten, wo noch ein paar Kräuter und Pastinaken und, siehe da, ein paar blühende Ringelblumen windzerzaust dem Wetter trotzen.
Eine Fläche, die ich schon längst entkrautet und gelockert in den Winterschlaf geschickt hatte, ist auf einmal wieder grün. Wuchert da etwa neues Unkraut? Ich schaue genauer hin und entdecke im schwindenden Nachmittagslicht überall kleine, sattgrüne Spinatpflänzchen. Vor einigen Wochen hatte ich die Samen, den Rest aus einer Tüte, auf dem abgeernteten Beet ausgestreut und dann nicht mehr daran gedacht. Aber Spinat ist ja bekanntlich hart im Nehmen, wächst früh im Jahr und auch spät, wenn es schon arg ungemütlich ist.
Eine schöne Überraschung!

Freitag, 12. Dezember 2014

Herzen im Sturm

Kleiner Lichtblick an diesem trüben Tag: Auf einem Acker "gestrandete" 
Herzen, leider wegen des Sturms und weil ich nur das iPhone zum Foto-
grafieren dabei hatte, etwas unscharf, aber immerhin noch zu erkennen.
"Herzen im Sturm" – das klingt wie der Titel einer TV-Romanze, und tatsächlich präsentiert mir Google, wenn ich nach "Herzen im Sturm" mit dem Zusatz "Film" suche, rund 614.000 Ergebnisse. Anklicken will ich davon allerdings nichts. Zum einen weil es mich nicht interessiert, zum anderen weil ich "Herzen im Sturm" heute live erlebt habe. Ich kam gerade mit dem Fahrrad von der Post im Nachbardorf und kurbelte mehr schlecht als recht gegen den Sturm an, der in starken Böen aus südwestlicher Richtung kam – ich musste geradewegs nach Süden – , da sah ich auf dem abgeernteten Acker neben dem Radweg etwas Knallrotes niedergehen. Beim Näherkommen erkannte ich, dass es sich um zwei, mit Fäden verbundene, herzförmige Luftballons handelte, die sich auf dem Acker am Rest irgendeines Stängels verfangen hatten.
Woher die Ballons wohl kamen? Und wie lange waren sie wohl unterwegs? in dem Sturm hatten sie sicher schon etliche Kilometer zurückgelegt.
Die Herzen beflügelten meine Phantasie: Ich stellte mir ein Brautpaar vor, dass in einer weit entfernten Stadt aus dem Standesamt tritt. Draußen werden sie von Freunden und Kollegen empfangen, die mit Reis werfen und Sektkorken knallen lassen. Dann bekommen die Brautleute die im Wind tanzenden, mit Gas gefüllten Luftballons in Herzform überreicht. Sie verknoten sie miteinander und schicken sie dann auf eine Reise mit unbekannten Ziel, winken ihnen hinterher, bis die Ballons nur noch als ganz kleine, rote Punkte am grauschwarzen Himmel zu erkennen sind ...
Wie gut, dass die Brautleute nicht wissen, dass die "Hochzeitsreise" ihrer beiden Herzen ganz schnöde auf einem Acker endete. Für mich waren die beiden Herzen ein kleiner Lichtblick an diesem sonst so trüben Tag.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Gruseln vor dem Gewitter

Nachdem sie die ersten Donnerschläge mit Kläffen und Heulen quittiert
hatten, kuschelte sich Fyffes mit seiner Mutter uns seiner Schwester auf
dem Sessel zusammen, um verängstigt das Ende des Gewitters abzuwarten.
"Echt ungemütlich" lautete der Titel des gestrigen Beitrags von Marion. Die Fortsetzung heute könnte  so lauten: "Noch ungemütlicher". Und die Chancen stehen nicht schlecht, dass der morgige Beitrag unter der Überschrift "Am ungemütlichsten" stehen kann, denn für morgen sind schwere Sturmböen angesagt.
Als wenn das heute nicht schon gereicht hätte. Windig und regnerisch war es den ganzen Tag, aber am Abend ging es dann richtig los: Blitze zuckten am rabenschwarzen Nachthimmel, und dann krachte es so heftig, dass die Hunde erst aufheulten und sich dann zu Dritt auf einem Sessel drängten, wohl um sich gegenseitig vor dem unheimlichen Gewitter zu schützen. So verängstigt sind sie sonst im Winter nur in der Neujahrsnacht, wenn das Silvesterfeuerwerk beginnt. Oje, das steht ihnen demnächst auch schon wieder bevor!
Aber nicht nur die Tiere gruseln sich bei Gewitter, auch manche Menschen tun es, besonders die kleinen. "Ich habe auf dem Rückweg von der Arbeit noch schnell bei Edeka gehalten, um noch Brot zu besorgen, da gab es so einen Donnerschlag und ein kleines Mädchen auf dem Parkplatz fing ganz fürchterlich zu schreien an", erzählte mir Marion. "Der Vater konnte es kaum wieder beruhigen."
Ein Gewitter Mitte Dezember – das war bis vor einigen Jahren noch eine kleine Sensation, aber mittlerweile haben wir uns schon daran gewöhnt – und an andere Wetterereignisse, die der Klimawandel so mit sich bringt. Das sind vor allem lange Trockenperioden, auf die dann gern regelrechte Wolkenbrüche folgen. Aber in anderen Teilen der Erde äußert sich der Klimawandel noch viel extremer.

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Echt ungemütlich

Das war der Ausblick, der sich mir heute Nachmittag um 15:55 Uhr aus
den Fenstern meines Büros bot.
Mieses Novemberwetter mitten im Dezember. Auch wer nicht zimperlich ist, heute war so ein Tag, an dem es einen durch und durch fröstelt: kalt, windig, regnerisch – einfach eklig. Dabei kam zwischendurch sogar noch einmal kurz die Sonne durch, bis sich dann von Nordwesten immer mehr dunkle Wolken in raschem Tempo heranschoben. Über der Kirche St. Petri in Braunschweig, auf deren Turm ich aus meinen Bürofenstern blicke,  glimmte immerhin noch ein Lichtschimmer, bevor es sich vollends verdunkelte und Regen fiel, im Harz wohl auch Schnee.  Aber was soll's, schließlich haben wir fast schon Winter, und der kommt in unseren Breiten eben oft auch ziemlich novembermäßig daher ...

Dienstag, 9. Dezember 2014

Überraschung in Apricot

Im warmen Licht der Lampe über dem Esszimmertisch erscheinen die apricotfarbenen Rosen fast Gelborange.
Als ich heute Abend, nachdem ich die Pferde gefüttert hatte, im Flur aus den Stallschuhen schlüpfte, kam mir Marion entgegen. Sie war gerade erst von der Arbeit zurückgekommen und wollte jetzt kurz mit den Hunden auf den Hof hinaus gehen. Wir begrüßten uns, und Marion sagte: "Auf dem Esstisch steht ein kleines Geschenk für Dich."
Gespannt öffnete ich die Tür und sah direkt unter der Lampe über dem Tisch diese wunderschönen Rosen in Apricot – in der Farbe, die ich bei Rosen am liebsten mag – leuchten, und mir kam es so vor, als würde die Sonne aufgehen.
Nein, ich habe heute weder Geburtstag, noch gibt es einen anderen Anlass für Geschenke. Aber das muss es auch nicht. Am meisten freue ich mich immer über Geschenke, wenn ich nicht damit gerechnet habe. Dann ist der Überraschungseffekt umso größer.
"Ich war auf dem Rückweg noch kurz im Supermarkt, und da sah ich an der Kasse den Strauß Fair-Trade-Rosen in Deiner Lieblingsfarbe. Da war natürlich klar, dass ich den Dir mitbringen muss, zumal er auch ein rotes Preisschild hatte und somit ein Schnäppchen war", erzählte mir Marion. Da hat sie mir aber wirklich eine große Freude gemacht. Vor allem jetzt in der dunklen, trüben Jahreszeit wirken doch ein paar Blumen ungemein stimmungsaufhellend.

Montag, 8. Dezember 2014

Reiche Blumenzwiebelernte

Zum Glück hat der Frost der vergangenen Tage den Sommerblühern nicht ge-
schadet, aber jetzt müssen die Zwiebeln schnell ins Haus. Das kleine Weiße
an den Gladiolenzwiebeln sind übrigens keine Schneckeneier, sondern win-
zige Brutknollen.
Noch überraschender als Weihnachten kommt der erste richtige Frost im Jahr. Manchmal schon im Oktober oder so spät wie in diesem Jahr erst in der ersten Dezemberwoche mit minus, drei, vier Grad. Jedes Jahr aufs Neue geht dieses Abwägen los: Jetzt schon die Dahlienknollen aus der Erde holen? Ach, nein, sie blühen doch noch so schön. Und die Gladiolen? Die sind nach wie vor grün, als hätte der erste Bodenfrost ihnen nichts angehabt.
Dann irgendwann kommt diese besagte erste bitterkalte Nacht, und wo eben tatsächlich noch die letzte Dahlie blühte, steht nur noch verschrumpeltes braunes Blätterwerk, weich und in sich zusammengesunken. Jedes Jahr die gleich Sorge, ob das nicht ein bisschen heftig mit der Kälte war.
War es nicht, wie die Blumenzwiebelernte heute zeigte. Dicke feste Gladiolenzwiebeln, umgeben von einem Kranz winziger Tochterzwiebeln. Dahlien so dick und prall, dass sie viele Blüten fürs nächste Jahr versprechen. Im Kartoffelkeller überwintern sie wunderbar, dort bleiben die Temperaturen selbst im tiefsten Winter über null Grad, dazu ist es nicht zu trocken.
Die frostempfindlichen Sommerblüher unter den Zwiebelpflanzen machen wirklich ein bisschen mehr Arbeit, schließlich müssen sie im nächsten Jahr auch wieder eingebuddelt werden, aber möchte man sie deshalb missen? Mit ihren Blüten erfreuen sie uns viele Wochen und Monate, und es ist immer wieder ein kleines Wunder, wie sie die aus diesen schmucklosen Knollen und Zwiebeln hervorzaubern.

Sonntag, 7. Dezember 2014

Invasion der Raben

Auf unseren Wanderungen machen wir immer wieder spannende Naturbeobachtungen. Heute war es eine Gruppe Raben,
die laut krächzend über unseren Köpfen kreiste. 
Wir hatten sie schon gehört, bevor wir sie sahen: Auf unserer 16 Kilometer langen Sonntagstour mit den Hunden kamen wir heute durch ein inmitten der Moorwiesen gelegenes kleines Waldstück, über dem rund ein Dutzend Raben kreisten. Und dann waren sie direkt über uns. Ihre schwarzen Silhouetten zeichneten sich zwischen den Baumwipfeln vor dem blauen Himmel ab. Wie groß die doch sind, staunten wir, und was für einen Lärm die machen!
Eine kleine Pause auf einer Brücke nutzten wir für ein Fami-
lienfoto.
Irgendwo am Waldboden lag wahrscheinlich ein totes Tier, dass ein Rabe entdeckt und dann seine Freunde und Verwandten gerufen hatte, um das Festmahl mit ihnen zu teilen. Obwohl ansonsten eher Einzelgänger, zeigen Raben, wenn es ums Fressen geht, ein erstaunliches Sozialverhalten. Überhaupt sind sie faszinierende Vögel. Wer smehr über sie erfahren möchte, sollte unbedingt das wunderbare Buch "Die Seele der Raben" des deutschstämmigen amerikanischen Biologieprofessors Bernd Heinrich lesen. Der Autor hat es als eine Art zoologische Detektivgeschichte konzipiert, und so spannend und kurzweilig liest es sich auch.
In der nordischen Mythologie ist der Rabe ein Symbol für die Weisheit. Die Vermutung, dass der Rabe der  intelligenteste Vogel von allen ist, wurde inzwischen mehrfach wissenschaftlich bestätigt.
Früher wurde der Rabe wir auch die Krähe, die ebenfalls zu den Rabenvögeln zählt, intensiv bejagt, und war in manchen Gegenden nahezu ausgerottet. Inzwischen sieht man ihn erfreulicherweise wieder öfter auf Waldwanderungen.
Da er eine beliebte Comicfigur ist, kennt den Raben eigentlich jedes Kind, allerdings können ihn viele nicht von einer Krähe unterscheiden.

Samstag, 6. Dezember 2014

Stroh im Kopf

Seit heute treffe ich ihn wieder jeden Tag auf dem Weg mit dem Fahrrad zum Einkaufen: den Weihnachtsmann. Er steht etwas abseits von der Straße, aber für Auto- und Radfahrer gleichermaßen gut sichtbar, auf dem Stoppelfeld neben der Weihnachtsbaumplantage, auf der es außer Weihnachtsbäumen auch reichlich Glühwein, Gegrilltes, Musik und sogar Kunsthandwerk gibt – da wird der Weihnachtsbaumkauf fast zur Nebensache. Der Weihnachtsmann spielt für den Bauern aus unserem Dorf, dem die Plantage gehört und der den Wald-Weihnachtsmarkt betreibt, freundlicherweise den Grüßaugust.
Lustig finde ich, dass der Weihnachtsmann tatsächlich nur Stroh im Kopf hat. Dafür ist der Kopf aber auch ziemlich groß geraten, das Mützchen hingegen umso kleiner. Statt des üblichen roten Mantels trägt einen Tarnanzug aus Tannenzweigen, aber künstlerische Freiheit muss sein.

Einen schönen zweiten Advent!

Freitag, 5. Dezember 2014

Der Dschungel neben der Dusche

Ein bisschen wie im Dschungel: Das Badezimmer ist jetzt Winterquartier für
die Kamelien, die sich dort offensichtlich wohl fühlen.
Im Winter kann man ruhig etwas näher zusammenrücken, allein schon wegen der frostigen Temperaturen. Im Spätherbst wächst da geradezu eine Notgemeinschaft zusammen, etliche Kübelpflanzen aus südlicheren Heimatgebieten und liebgewonnene Balkonblumen, die zum Wegschmeißen viel zu schade sind, müssen ein Plätzchen im Warmen finden, da ist Gedränge auf der Fensterbank vorprogrammiert.
Unsere kleine Kameliensammlung hat besondere Vorlieben: Im kühlen, aber recht hellen Schlafzimmer fühlten sie sich wider Erwarten nicht so richtig wohl, also zweiter Versuch im vergangenen Jahr. Tatsächlich bevorzugten die kleinen Sträucher das kleinere und dunklere Badezimmer, fühlten sich sichtlich wohl, verloren kein einziges Blatt und blühten den ganzen Winter über wunderschön. Dorthin durften sie jetzt auch wieder ziehen.
Das Dschungelgefühl beim Duschen hat ohne Frage Spa-Qualitäten. 

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Matterhorn im Flachland

Wir haben keine Berge in der südlichen Lüneburger Heide? Doch, haben wir! Hier ist der Beweis:

Sieht das nicht aus wie das Matterhorn?

Allerdings sind wir hier nur temporär Bergland. Die zahlreichen Berge sind erst vor einigen Wochen entstanden und werden auch bald schon wieder abgetragen. Das Material, aus dem sie bestehen, ist nämlich sehr begehrt, denn es enthält den Rohstoff für das "weiße Gift", mit dem so viele unserer Lebensmittel versetzt sind und das verantwortlich für viele der sogenannten "Zivilisationskrankheiten" ist.

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Broccoli-Champignon-Erdnusspfanne

Auf den hinteren Kochfeldern garen
Spinat und Broccoli, vorne werden die
Pilze angebraten.
Jetzt gibt es günstig frischen Broccoli. Damit lässt sich fix eine leckere, kalorienarme und selbstverständlich vegane Gemüsepfanne zubereiten. Ich nehme für ein Abendessen für zwei Personen zwei Broccoliköpfe à 500 g, dazu eine kleine Packung (300 g) Tiefkühl-Spinat – bei Spinat möglichst immer Bio-Ware kaufen –, 250 g frische, braune Champignons und eine Dose geröstete und gesalzene Erdnüsse. Außerdem brauchen wir noch: Öl zum Anbraten der Pilze, Sojasauce und frisch gemahlenen Pfeffer.
Zunächst schneide ich den Broccoli in mundgerechte Stücke und gebe diese in den Siebeinsatz meines Dampfgarers. Dann taue ich den tiefgefrorenen Spinatblock unter Zugabe von etwas Wasser in einem anderen Topf auf. Während auf den hinteren Kochstellen das Gemüse gart, putze ich
die Pilze und schneide sie in Scheiben. In etwas Öl werden sie scharf angebraten. Die Kochplatte ausstellen bzw. die Gasflamme löschen und dann in die noch heiße Pfanne eine halbe Dose Erdnüsse geben. Nach etwa zehn Minuten sollten der Broccoli und der Spinat gar sein. Beides gebe ich jetzt zu den Pilzen und den Erdnüssen in die Pfanne.
Leicht und lecker: Broccoli-
Champignon-Erdnusspfanne
Jetzt noch einen Schuss Sojasauce darüber und das Ganze mit Pfeffer abschmecken. Da die Erdnüsse und die Sojasauce schon salzig sind, verzichte ich auf weiteres Salz. Wer es gewohnt ist, etwas salziger zu essen, sollte vorsichtig nachsalzen.
Eine interessante Variante: Die Sojasauce durch Erdnussbutter ersetzen und diese schmelzen lassen.
Unter sanftem Rühren wird die Pfanne jetzt kurz erhitzt. Ich serviere das Essen mit Bauernbaguette.

Dienstag, 2. Dezember 2014

Auf den Wetterbericht ist (fast) Verlass

Glatteis? Fyffes ist es egal, er geht heute sowieso nicht mehr
'raus, liegt lieber auf seinem Sessel vor dem warmen Ofen.
Eine Kollegin, die längst Feierabend hat, ruft noch einmal im Büro an: "Seid vorsichtig, wenn Ihr heute Abend nach Hause fahrt, die Straßen sind spiegelglatt." Wir gucken uns ratlos an, alle haben den Wetterbericht gehört, kalt ist es, aber trocken soll es sein. Stattdessen sehen wir feinen Nieselregen niedergehen, der sofort gefriert. Autos schleichen, Rettungswagen sind mehr als sonst um diese Zeit unterwegs. Das Auto steckt unter einem Eispanzer, Streufahrzeuge sind ausgerückt.
Verrückte Welt, es ist tatsächlich trocken, nur nicht im Südosten Niedersachsens, wo Regen und Nebel gefriert. Auf der A2 gibt es erste Unfälle.
Mit ungutem Gefühl mache ich mich von Braunschweig aus auf den Weg Richtung Norden, gegen Eisregen helfen auch Winterreifen wenig. Aber schon nach 25 Kilometern ist der Spuk vorbei. Alles trocken, nur kalt ist es. Auf den Wetterbericht ist eben nur (fast) Verlass.

Montag, 1. Dezember 2014

Schnelles und einfaches Abendessen

Blick in den Ofen: Die Süßkartoffelscheiben sind schon leicht 
gebräunt und in wenigen Minuten servierfertig.
Vor einigen Jahren noch gab es Süßkartoffeln nur in wenigen Supermärkten, und leider meist auch nicht in Bio-Qualität. Mittlerweile haben sogar die Discounter, zumindest zeitweise, die dicken Knollen in ihrem Sortiment. Mit vier Euro je Kilo (für Bio-Ware) und zwei bis drei Euro für Süßkartoffeln aus herkömmlichem Anbau liegt der Preis zwar deutlich über dem für Kartoffeln, aber dafür sind sie auch unglaublich lecker. Und vielseitig obendrein! Man kann sie dünsten, kochen braten, backen oder fritieren, und sogar Kuchen habe ich schon damit gebacken.
Wenn es schnell gehen soll mit dem Abendessen, schäle ich für zwei Personen ein Kilo Süßkartoffeln und schneide sie in etwa drei bis fünf Millimeter breite Scheiben. Alle Scheiben gebe ich in eine Schüssel, gebe einen gestrichenen Teelöffel Salz darüber und vier Esslöffel Öl. Das Süßkartoffelscheiben und dass Öl wird mit einem Köchlöffel vermengt. Anschließend stelle ich die Scheiben aufrecht in eine Auflaufform und stelle die Form für 20 bis 30 Minuten in den 250 Grad heißen Mini-Backofen. Fünf Minuten vor Ende der Backzeit lege ich noch zwei Rosmarinzweige in den Ofen.
Eigentlich waren die Süßkartoffeln nur für zwei Personen ge-
dacht, aber auch Foxy hat ganz selbstverständlich schon am
Esstisch Platz genommen.
Man kann zu den Süßkartoffelscheiben etwas Salat essen, aber sie schmecken auch solo oder mit etwas Ketchup köstlich. Noch knuspriger werden die Scheiben, wenn man sie flach auf zwei mit Backpapier ausgelegte Backbleche verteilt und dann backt. Dann brauchen sie allerdings mehr Platz, und das Essen lässt sich nicht energiesparend im Mini-Backofen zubereiten.
Süßkartoffeln sind übrigens nur entfernt mit der Kartoffel verwandt, und sie stecken voller Vitamine und Mineralstoffe. Hier noch ein Link zu einer Seite, auf der die vielen guten Inhaltsstoffe aufgelistet sind: Zentrum der Gesundheit.

Sonntag, 30. November 2014

Direkt aus Sibirien?

Wir sehen vielleicht ein bisschen so aus, als würden wir zu einer Polarexpedition aufbrechen, aber dafür haben wir heute wenigstens nicht gefroren.
Er schien direkt aus Sibirien zu kommen, der eiskalte Ostwind, der uns auf den letzten Kilometern unserer ausgedehnten Sonntagstour mit den Hunden direkt ins Gesicht blies. Das Thermometer zeigte zwar nur einen Grad unter Null an, aber gefühlt war es deutlich kälter. Kein Sonnenstrahl zeigte sich am Himmel, und fast schien es so, als wollte es gar nicht richtig hell werden. Außer einem Mann, der seine Hunde ausführte, sah wir auf der gesamten Tour keinen einzigen Spaziergänger, hatten somit die graue, nebelige Landschaft ganz für uns allein. Wir fragten uns, ob sich die Leute bei dem Wetter scheuten, überhaupt nur einen Schritt vor die Tür zu machen, oder ob die sich alle auf auf irgendwelchen Advents- oder Weihnachtsmärkten herumtrieben und dort eifrig dem Glühwein zusprachen. Egal, wir haben es genossen, draußen zu sein und die Kälte zu spüren, denn: Je kälter und ungemütlicher es ist, umso mehr freut man sich, wenn man im letzten Tageslicht wieder nach Hause kommt und dann noch Glut im Ofen ist, sodass ein paar Holzspäne reichen, um das Feuer schnell wieder zu entfachen.

Samstag, 29. November 2014

Es wichtelt wieder

Was für andere Leute die Weihnachtskrippe unterm Tannenbaum ist, ist für uns unsere Weihnachtswichtelfamilie.
Pünktlich zum 1. Advent hat unsere kleine Weihnachtswichtelfamilie ihren alten Stammplatz auf dem Sekretär im Wohnzimmer bezogen, um uns durch den ganzen Winter hindurch zu begleiten. Erst Ende März müssen sie den Platz wieder räumen für unsere Frühlingsfeen. In diesem Jahr haben wir den Schneemann, der sonst allein auf dem großen, alten Schrank saß, zur Wichtelfamilie gesellt. Wir finden die Wichtelfamilie total süß, und sie passt ja auch ganz gut zu Weihnachten, das ja ein Familienfest ist, obwohl es immer weniger Familien und immer mehr Singles gibt. Vielleicht lieben wir die Wichtelfamilie auch deshalb, weil sie ein Stück der heilen Welt symbolisiert, nach der sich wahrscheinlich die meisten Menschen sehnen, und das nicht nur in der Weihnachtszeit. 

Freitag, 28. November 2014

Mit dem Schmetterling auf neuen Wegen

Fast wie einst "Jute statt Plastik", nur viel
schöner ist die Tasche des Butterfly-Projects.
Jeder kennt diese Geschichte, nach der der Flügelschlag eines Schmetterlings der Logik der Chaostheorie folgend, angeblich einen Sturm entfachen kann. Das "Butterfly Project" der Stadt Braunschweig hat einen ganz ähnlichen Ansatz: Ein kleiner Schritt kann viel Gutes bewirken. Als Ergebnis eines studentischen Wettbewerbs ging es heute und gestern in die Praxis. Ein Tauschgeschäft mitten in der Fußgängerzone. Wer wollte, konnte fünf Plastiktüten gegen eine grasgrüne Mehrwegtasche mit dem Butterfly-Emblem eintauschen.
Ich kam mit zwei jämmerlichen Tüten. "Zu wenig", befand die städtische Mitarbeiterin streng, aber mit einem Lächeln. Die ältere Frau neben mir hatte ungefähr 30 Tüten dabei. "Ich schenke Ihnen drei, dann reicht es", sagte sie und drückte mir in die Hand, was zum Glück fehlte.
Nicht, dass bei uns Tüten ungenutzt im Müll landen. Eher im Mülleimer oder um etwas ein zweites oder drittes Mal von A nach B getragen zu werden. Die gesammelten Plastiktüten jetzt einfach wegzuwerfen, finde ich gar nicht so gut, aber die Aktion als solche und die Gespräche, die sich am Stand der Stadt entwickelten, zeigten, wie sinnvoll das Nachdenken über Müllvermeidung ist.
Anschließend schaute ich noch in einer Buchhandlung vorbei und kaufte ein Buch, auf das ich schon länger ein Auge geworfen hatte. "Möchten Sie eine Tüte?" fragte mich der junge Mann an der Kasse. "Nein", sagte ich und zeigte auf meine neue Mehrwegtasche. Er grinste. "Heute haben schon viele auf die Plastiktüte verzichtet", sagt er mir. Geht doch!

Hier noch die Erklärung zu der Aktion:
Braunschweig Butterfly Project
Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht. Doch Abfallvermeidung rückt in unserem schnelllebigen Alltag zunehmend in den Hintergrund. Denn Abfallentstehung beginnt für viele bereits morgens beim Kauf eines „Coffee-To-Go“ und reicht bis zum Wocheneinkauf, bei dem mehrfach verpackte Lebensmittel im Einkaufswagen liegen. Was kann der einzelne nun ganz konkret tun, um Abfall zu vermeiden ohne dabei auf liebgewonnene Gewohnheiten zu verzichten?
Dieser Frage spürt Braunschweig Butterfly Project nach. Entstanden ist das Konzept von Markus Kratz in diesem Sommer im Rahmen eines studentischen Kooperationsprojektes der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK) und der Abfallwirtschaft der Stadt Braunschweig. Getragen wird das Projekt von dem Gedanken, dass ein geändertes Verhalten einzelner bereits reicht, um dauerhaft einen nachhaltigen Effekt zu erzielen. Denn jede nicht gekaufte Verpackung hilft, die Müllmengen zu reduzieren. Und jeder kann Vorbild für andere sein und so dauerhaft etwas bewirken.

Donnerstag, 27. November 2014

Mehr Strempel als Stern

Grüne Blätter haben sie zwar kaum noch, aber im Kerzenschein sehen die arg strempligen Weihnachtssterne noch ganz
passabel aus. Wir sind gespannt, ob sie überleben. 
Arbeitsauftrag für den nächsten Tag: "Marion, wir haben keinen Kaffee mehr, gehst Du noch einkaufen?". Gehe ich, nur an den Kaffee habe ich nicht gedacht. Also heute morgen auf dem Weg zur Arbeit kurzer Boxenstopp am Discounter, das Päckchen Biokaffee unter dem Arm, strebe ich schon dem Ausgang zu, wo ein ganzer Rollwagen voller Pflanzenleichen steht. Ungekaufte Weihnachtssterne, die meisten schon völlig kahl und vertrocknet. "Können Sie mitnehmen - umsonst", sagt die Kassiererin gleichgültig.
Mir geht es richtig gegen den Strich, jetzt dem Supermarkt noch bei der Müllentsorgung zu helfen, aber in ein paar Pflanzen spukt noch ein bisschen Leben. Ich nehme einen der arg ramponierten Weihnachtssterne mit, mal schauen, ob er noch zu retten ist. Ich bin eher skeptisch, der Licht- und Wassermangel, die Plastiktüte rundherum, das ist alles nicht gut.
Abends zu Hause bin ich überrascht, da steht ein weiterer Weihnachtsstern in ebenso erbärmlichen Zustand wie meiner. "Haben die im Supermarkt verschenkt", klärt mich Inka auf. Wie hat sie den nur mit dem Fahrrad durch den Wind und die Kälte gebracht? "Den habe ich in den Rucksack gesteckt", erzählt sie.
So viel Liebe und Fürsorge, hoffentlich kommt beides nicht viel zu spät und unsere beiden Mitbringsel wieder auf die "Beine". Das wäre eine schöne Weihnachtsüberraschung.

Mittwoch, 26. November 2014

Nass durch Nebel

"Sag mal, hat das hier heute geregnet?" fragte Marion, als sie nach Hause kam. "Die Straßen sind ganz nass."
"Nein", sagte ich, "geregnet hat es nicht. Aber nass war es trotzdem – wegen des Nebels. Ich bin mit dem Fahrrad zum Einkaufen gefahren und hatte danach nasse Haare, als wäre ich gerade unter der Dusche hervorgekommen."
"Ein November ohne Nebel wäre ja auch kein richtiger November. In Zeiten des Klimawandels kann man sich ja durchaus freuen, wenn das Wetter mal so ist wie man es der Jahreszeit entsprechend erwartet."

Nebel lässt sich schwer fotografieren, aber hier sieht man zumindest andeutungsweise, wie der Nebel in der Luft hängt.

Dienstag, 25. November 2014

Es werde Licht!

Meine erste bewusst wahrgenommene Begegnung 
mit Weihnachten 2014: Straßenlaterne am Ortsschild.
So, seit heute ist die dunkle Jahreszeit nicht mehr ganz so dunkel. Nach dem gestrigen Toten- oder Ewigkeitssonntag durfte heute nun endlich allerorten die Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet werden, und darüber haben wir uns wirklich gefreut. Als ich am späten Nachmittag auf dem Weg zum Einkaufen mit dem Fahrrad nach fünf Kilometern durch die Dunkelheit am Ortseingang die weihnachtlich geschmückte Straßenlaterne sah, wurde mir erstmals richtig bewusst, dass wir am nächsten Wochenende schon den ersten Advent haben. Au weia, wie schnell die Zeit vergeht! Nicht nur Franz Beckenbauer wird sich verwundert die Augen reiben und ausrufen: „Ja, is' denn heut’ scho’ Weihnachten?“
Trotz aller vorweihnachtlichen Hektik und obwohl Weihnachten für uns als agnostische Atheisten keine religiöse Bedeutung hat, genießen wir doch die stimmungsvolle Zeit und freuen uns schon jetzt auf ein paar ruhige, entspannende Tage zwischen Weihnachten und Neujahr. Leider ist bis dahin noch sooo viel zu tun.

Montag, 24. November 2014

Fototermin bei Elch und Waschbär

Waschbären können über 20 Jahre alt werden. In freier Natur beträgt ihre 
Lebenserwartung allerdings selten mehr als drei Jahre. Die meisten sterben 
keines natürlichen Todes, sondern werden erschossen oder überfahren.
Gesehen und gehört haben wir sie schon, aber immer war es zu dunkel zum Fotografieren. Waschbären sind überwiegend nachtaktiv, und deshalb ist es schwer, sie bei Tageslicht vor die Kamera zu bekommen. Heute ist es mir dennoch gelungen – allerdings nicht in freier Natur, sondern in einem Wildpark bei uns in der südlichen Lüneburger Heide. Marion und ich waren heute dort, um eine Reportage für die Winterausgabe unseres Natur- und Kulturmagazins für die südliche Lüneburger Heide zu machen. 
Ursprünglich ist der Waschbär in Nordamerika heimisch, aber seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts fühlt er sich auch bei uns in den Wäldern wohl.
Neben Hirschen, Rehen, Mufflons, Schafen und Ziegen sahen wir auch Elche – und bekamen sogleich Sehnsucht nach Schweden, wo die immer ein wenig tollpatschig wirkenden Tiere besonders jetzt im Herbst und Winter zuweilen ohne Vorwarnung über die Straße latschen, was leider immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen führt.

Nach den Wölfen erobern sich die Elche nach und nach ihre alten Lebensräume zurück, aus den sie einst von uns Menschen vertrieben worden sind. Diesen allerdings habe ich heute in einem Wildgehege fotografiert.

Sonntag, 23. November 2014

Ein schöner Sonn(en)tag

Schön war's heute, im Schatten zwar herbstlich kalt, aber dafür in der Sonne umso wärmer. Nur schade, dass die Tage einen Monat vor der Wintersonnenwende schon so kurz sind. Wir hätten die Sonne gerne noch etwas länger genossen, denn morgen soll es ja schon wieder regnen.

Um möglichst viel von der Sonne abzubekommen, haben wir heute den Wald gemieden und waren stattdessen lieber in der
offenen Moorwiesenlandschaft unterwegs.

Samstag, 22. November 2014

Die erste ist schon rot

Die Tomatensaison ist längst vorbei? Von wegen! Sie beginnt jetzt erst, allerdings nicht draußen, sondern drinnen auf
der Fensterbank.
Ende Oktober hatten wir an dieser Stelle die Prognose gewagt, dass wir im Dezember Tomaten ernten können. Die Prognose können wir jetzt insoweit korrigieren, als die erste Tomate jetzt schon erntereif ist und die nächste in etwa zwei bis drei Wochen soweit sein dürfte. Das ist natürlich keine große Ausbeute, zumal die Früchte der Sardinischen Minitomate tatsächlich winzig sind, aber wir freuen uns dennoch. Und da wir jetzt wissen, dass es mit der winterlichen Tomatenernte tatsächlich funktionieren kann, werden wir noch etwas experimentieren, um den Ernteertrag im nächsten Winter noch steigern zu können. Außerdem hat nicht jeder so eine interessante Zimmerpflanze.

Freitag, 21. November 2014

Im Übergangsquartier

Wie im Blumenladen: Die kälteempfindlichsten unserer Tops- und Kübel-
pflanzen sind vorübergehend in die Diele umgezogen.
Na, das wird doch wohl nicht noch frieren wollen?! Es war schon weit nach Mitternacht. Marion hatte gerade noch einmal die Hunde auf den Hof hinaus gelassen und blickte besorgt auf das Thermometer im Dieleneingang, dessen blaue Säule gerade kurz oberhalb des Nullpunktes verharrte. Kurzentschlossen begann Marion, die kälteempfindlichsten der Topf- und Kübelpflanzen vom Hof in die Diele hinein zu tragen. Als ich heute Morgen in die Diele kam, dachte ich, ich wäre in einem Blumenladen gelandet. Bevor die Pflanzen an ihre endgültigen Winterstandorte, die aufs gesamte Haus verteilt sind, umziehen, bleiben sie jetzt noch einmal ein paar Tage im Übergangsquartier. Denn so vergleichsweise warm, wie der Herbst bislang war, ist es unwahrscheinlich, dass wir jetzt plötzlich eine Dauerfrost-Periode bekommen. Den Wetterprognosen zufolge wird sich die Tiefsttemperatur  in den nächsten zwei Wochen wahrscheinlich zwischen 3 und 5 Grad bewegen. Das heißt: Die Blumen können vorübergehend wieder ins Freie, noch etwas Sonnenlicht tanken.
Ach ja, gefroren hat es in der Nacht dann doch nicht. Aber lieber die Pflanzen vergeblich hineinschleppen als sie am nächsten Morgen draußen erfroren vorzufinden.